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Powerwolf Artikel

19.06.2025 Powerwolf

Graspop Metal Meeting

Dessel (Belgien)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Eigentlich sollte Powerwolf um 23:00 auf der North Stage mit ihrem Auftritt beginnen, aber da die Altmeister von Iron Maiden in Spiellaune waren und die Veranstalter große Fans sind, durfte Maiden 15 Minuten länger ihr 50 jähriges Bühnenjubiläum feiern. Hiervon sind Powerwolf noch ein gutes Stück entfernt und nach solch einer herausragenden Band spielen zu müssen ist alles andere als einfach. Sie meisterten es aber mit Bravour!
Zwar waren die Reihen im Vergleich zu Iron Maiden etwas gelichtet, aber gleich mit dem Opener „Bless ‘Em With The Blade” vom aktuellen Album „Wake Up The Wicked“ machten die Wölfe klar wohin die Reise gehen würde. Opulenter Power Metal geprägt von der Wolf- und Kirchenthematik gepaart mit einem bombastischen Bühnenbild, welches im Laufe der Show immer wieder in Flammen gesetzt wurde. Sänger Attila Dorn richtete immer wieder sein Wort ans Publikum, aber auch an seine Mitstreiter Matthew Greywolf an der Gitarre, sowie Charles Greywolf am Bass und Roel van Helden an der Schießbude. Keyboarder Falk Maria Schlegel bereicherte den Auftritt ab und an mit schauspielerischen Einlagen wie z. B. seiner Verbrennung als Ketzer.
Dorn spielte virtuos mit dem Publikum, welches lautstark folgte. Es wurde gesungen, getanzt und die unzähligen Mitsing- oder Rufspiele mitgemacht. Die Messe wurde zelebriert und bei Songs wie „Amen & Attack“ vom 2013er Album „Preachers Of The Night“ oder „Stossgebet“ vom Album „The Sacrament Of Sin“ hielt es keinen ruhig an seinem Platz. Irgendwann stand Dorn mit zwei Flammenwerfern auf der Bühne oder bei einem anderen Song schwang Schlegel die Powerwolf Fahne aus der Funken stieben. Ja, in Kombination mit den unglaublichen Grafiken auf den riesigen LED Wänden wurde für das Auge wirklichwas geboten. Allerdings kommt auch der tollste Auftritt einmal zu einem Ende und zu den Krachern „We Drink Your Blood“ vom 2011er Album „Blood Of The Saints“ und „Werewolves Of Armenia“ vom 2009er Album„Bible Of The Beast“ verabschiedete sich die Band in einem Funkenregen von den lautstark mitsingenden Fans.
Es war nicht mein erstes Powerwolf Konzert bereits 2013 liefen sie mir in Wacken über den Weg und anfangs hatte ich sie immer etwas gemieden. Im Laufe der Zeit hatte ich sie noch auf einigen anderen Festivals teilweise gesehen. Sie waren im Grunde zu eindimensional und zu übertrieben. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert in meinen Augen, aber das Niveau ist deutlich höher. Ja, eine beeindruckende Show und eine tolle Stimme mit einem guten Konzept. Aber dieses nutzt sich im Laufe der Zeit halt auch etwas ab und engt den Raum für Entwicklung stark ein (die zuvor bewunderten Iron Maiden zeigen, was möglich ist, wenn man sich nicht ganz so stringent festlegt). Trotzdem bleibe ich zwiegespalten bei den Jungs die sich so konsequent hinter ihren Alter Egos und ihrer erfundenen Bandgeschichte verstecken. Die Musik ist gut, die Show mittlerweile phänomenal, aber in den 80 Minuten wird mir zu viel mit den Mitsingspielchen gestreckt. Auch die ausufernden Monologe Dorns zwischen den Songs nehmen den Fluss aus dem Konzert. Und über die Dauer des Konzerts hatte ich mehr als einmal den Eindruck einen Song bereits gehört zu haben. Sei es wie es ist. Sie haben sich über die Jahre konsequent zu einem Headliner weiter entwickelt und werden weiter ihren Weg gehen. Aber auf ein Niveau wie einige andere Größen der Metal Szene werden sie in meinen Augen nicht vorstoßen wenn sie ihre Bandbreite nicht etwas erweitern. Trotzdem ruhig mal rein hören oder bei einem Konzert vorbei schauen, es ist schon durchaus lohnenswert.

Setlist:

  • Bless ‘Em With The Blade
  • Incense & Iron
  • Army Of The Night
  • Amen & Attack
  • Dancing With The Dead
  • Armata Strigol
  • 1589
  • Demons Are A Girl’s Best Friend
  • Stossgebet
  • Fire And Forgive
  • Heretic Hunters
  • Blood For Blood (Faoladh)
  • Agnus Dei
  • Sanctified With Dynamite
  • We Drink Your Blood
  • Werewolves Of Armenia

 

Weblinks:

Karte:

Bilder:

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