19.06.2025 Iron Maiden
Graspop Metal Meeting
Dessel (Belgien)
(Canon PowerShot G7 X Mark II)
Waren die 40 Jahre Bandjubiläum von Dream Theater schon beeindruckend, so wurde es an jenem Abend noch besser: Iron Maiden machten auf ihrer „Run For Your Lives“ Tour zum 50. Bandjubiläum auch in Belgien auf dem Acker in Dessel halt. Die Herren haben mittlerweile alle etwas gehobeneres Alter und Schlagzeuger Nicko McBrain hatte bereits im Dezember auf eigenen Willen sein letztes Live Konzert gespielt. Aber davon war an diesem Abend wahrlich nichts zu merken.
Wie gewohnt stürmten die Jungs auf die Bühne: Allen voran Sänger Bruce Dickinson, der immer noch eine wirklich beeindruckende Stimme hat die vor Kraft nur so strotzt. Und nicht nur die Stimme, denn er rennt zwar nicht mehr so wie früher permanent über die Bühne, aber trotzdem ist er ständig in Bewegung und wechselt zusätzlich andauernd die Kleidung. Des weiteren ist da die gewohnte Saitenabteilung mit Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers an den Gitarren sowie dem unvergleichlichen Steve Harris am Bass. Abgerundet wird die Kombo von Simon Dawson, der live für Nicko McBrain einspringt und ansonsten mit Harris Nebenprojekt British Lion tourt. 50 Jahre Iron Maiden. Eine lange Zeit und unglaublich viel Material welches man spielen könnte.
Dickinson gab direkt zu Beginn das Statement ab, dass man alle beliebten Songs spielen werde, die das Publikum erwarte und da versprach er nicht zu viel. Es gab zum einen Highlights wie „The Trooper“ vom 1983er Album „Piece Of Mind“ oder auch „Run To The Hill“ oder „The Number Of The Beast“ vom gleichnamigen Vorgänger. Anders als auf vorherigen Touren war nicht mehr ganz so viel Schnickschnack auf der Bühne und die gigantische LED Wand übernahm mit großartig gestalteten Videos diese Aufgabe. So erzeugte das Zusammenspiel der Bilder mit den Klängen der Band zu „Rime Of The Ancient Mariner“ wahrlich Gänsehautstimmung. Gers zeigte permanent, dass er noch sehr beweglich ist indem er ständig sein Bein auf den Boxen ablegte, Harris wirbelte mit seinem Bass herum und auch der obligatorische Eddie durfte nicht fehlen. Dieser kämpfte mit Bruce während „The Trooper“ und hielt auch die anderen Bandmitglieder in Atem. Neben mir waren etliche Menschen, die verschiedene Ballons versuchten hochzuhalten. Als sie endliche die richtige Reihenfolge gefunden hatten, viel dies auch Dickinson auf. „Happy 50th Birthday Iron Maiden“ konnte man lesen und er war sichtlich erfreut darüber. Nach „Iron Maiden“ vom gleichnamigen 1980er Album ging es dann für eine kurze Pause von der Bühne, nur um dann für die Zugabe mit den Überhits „Aces High“ (OK, hier merkt man Bruce dann doch etwas das Alter an, da er etwas Schwierigkeiten hatte den lang anhaltenden hohen Ton zu halten), „Fear Of The Dark“ (ein weiterer absoluter Gänsehautmoment) und zum Abschluß „Wasted Years“ vom 1986er Album „Somwhere In Time“ zurück zu kommen.
Mein viertes Iron Maiden Konzert über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren und immer noch schaffen die Herren es mich zu begeistern. Ein einwandfreier Auftritt, dem Alter entsprechend aber etwas ruhiger als früher und mit weniger Firlefanz (auch wenn es vielleicht nur 15% weniger Bewegung war). Ich weiß auch, dass 50 Jahre sehr schwer in die 2 Stunden und 15 Minuten zu packen sind (eigentlich hätten sie nur 2 Stunden zur Verfügung gehabt, aber bei Iron Maiden drückt man schon mal ein Auge zu wenn sie überziehen). So viele Hits und dennoch war ich etwas enttäuscht auf eine Art. Denn, wenn ich ankündige meine 50 Jahre Bühnenpräsenz zu feiern mit der Tour und dann nur die ersten 12 Jahre berücksichtige (es wurden nur Stücke vom 1980er Album „Iron Maiden“ bis zum 1992 erschienenen „Fear Of The Dark“ gespielt) dann spiegelt das nicht annähernd die musikalische Entwicklung der Band wieder bis hin zu den letzten beiden Alben „The Book Of Souls“ oder das 2021 erschienene „Senjutsu“ welches sogar schon leicht progressive Einschläge hat. Es sei ihnen aber verziehen.
Ich kann genau so wenig wie jeder andere vorhersagen, wie lange die Band noch auf Tour gehen wird. Man merkt ihnen den Spaß in jeder Sekunde auf der Bühne an und die Stimmung davor ist genau so hervorragend. Aber wie wir alle werden die Herren auch nicht jünger. Nicko McBrain hatte sich nach einem Schlaganfall trotz ausgiebiger Reha für sein Empfinden nicht ausreichend wieder in alte Form begeben, so dass er sich dem Tourstress gewachsen fühlte und auch die anderen Herren bewegen sich alle auf die 70 zu. Ich zumindest hoffe noch auf viele Jahre mit ihnen und ihrer Musik. Wer auf gepflegten NWOBHM steht und noch nicht auf einem ihrer Konzerte war sollte es schnellstmöglich nachholen. Die sind nahezu immer absolute No-Brainer.
Setlist:
- Doctor Doctor (UFO Song)
- The Ides Of March
- Murders In The Rue Morgue
- Wrathchild
- Killers
- Phantom Of The Opera
- The Number Of The Beast
- The Clairvoyant
- Powerslave
- 2 Minutes To Midnight
- Rime Of The Ancient Mariner
- Run To The Hills
- Seventh Son Of A Seventh Son
- The Trooper
- Hallowed Be Thy Name
- Iron Maiden
Encore:
- Churchill’s Speech
- Aces High
- Fear Of The Dark
- Wasted Years
Weblinks:
| Iron Maiden Homepage der britischen Band Iron Maiden. | |
| Graspop Metal Meeeting Homepage des Graspop Metal Meeting Festivals in Dessel (Belgien). |














