Alles war angerichtet für Metallica Teil 2. Die Stimmung war durch Pantera schon am Siedepunkt und La Ola schwappte durchs Stadion. Wie schon am Freitag ließen die Herren wieder auf sich warten und erst gegen 20:50 erklangen ein weiteres Mal die gewohnten Songs „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll)“ sowie „The Ecstacy Of Gold“. Das waren dann aber auch die einzigen Songs die doppelt waren zwischen den beiden Tagen. Und dann begann mit „Whiplash“ vom 1983er Erstling „Kill ‘Em All“ der muntere Ritt durch 45 Jahre Bandgeschichte.
Als nächstes stand Pantera auf dem Programm in der Deutsche Bank Arena in Frankfurt. Auf Grund von Sänger Phil Anselmos Angewohnheit immer barfuß aufzutreten wurden zunächst einmal jede Menge Teppiche auf der Bühne ausgerollt. Pünktlich um 19:00 ertönten die Klänge von „Regulara People“ genau so wie „In Heaven (Lady In The Radiator Song)“ untermalt von verschiedensten Fotos der Bandmitglieder aus allen Äras ihrer mittlerweile 45-jährigen sehr wechselvollen Bandgeschichte.
Ein Tag Pause nach dem fulminanten Auftakt in das No-Repeat Wochenende tat gut, war doch das Wetter auch am Sonntag immer noch extrem warm. Alles wartete gespannt darauf, ob dieser Tag noch besser werden könnte. Zumindest die Stimmung war von Anfang an deutlich besser als noch am Freitag, wo sich das Publikum deutlich reservierter bei den Vorbands gab. So durfte Avatar immerhin schon vor einem etwa zu zwei Drittel gefüllten Stadion den Ring der 360° Bühne betreten.
Der Abend schritt voran. Metallica postete immer die Timelines für die jeweiligen Konzerte am Tage ihres Auftritts und dort wurde verkündet, dass nach der Umbaupause im Anschluss an den Gojira Auftritt um 20:30 die vier Jungs aus San Francisco die Bühne betreten sollten. Doch zunächst ließen sie sich Zeit. Die Ränge waren jetzt bis auf den letzten Platz gefüllt und immer wieder endete ein Song aus der PA was alle zu Jubelstürmen hinriss. Dieser wurde dann aber jäh wieder abgewürgt, wenn der nächste Song aus der Konserve startete. Um 20:50 mit 20 Minuten Verspätung erklangen dann aber endlich die ersten Riffs der Einlaufmusik „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll“ von AC/DC gefolgt von „The Ecstacy Of Gold“.
Die Sonne ging langsam unter und tauchte die Bühne für Gojira in ein blendend gleißendes Licht. Die Brüder Joseph und Mario Duplantier betraten den Ring zusammen mit ihren Bandkollegen Christian Andreu und Jean Michel Labadie. Mit dem Opener „Born For One Thing“ vom aktuellsten Album „Fortitude“ (auch wenn das mittlerweile schon 5 Jahre auf dem Buckel hat) hatte sich der Ton nicht viel gebessert und man hatte immer noch etwas Probleme die technischen Riffs gut zu hören. Von Song zu Song und voller werdendem Stadion wurde dieses Problem aber kleiner.
Metallica führten ihre 2024 begonnene M72 Tour weiter fort und der erste Stopp in Deutschland sollte der Deutsche Bank Park in Frankfurt sein. Dies zusätzlich nicht nur mit einem simplen Auftritt, sondern als sogenanntes No-Repeat Wochenende. Neben Frankfurt ist dies nur in drei weiteren Orten der Tour der Fall und pünktlich zum Freitag wurde das Wetter deutlich besser. Allerdings so deutlich, dass es schon extrem schweißtreibend war.
Das Festival kam langsam aber sicher zum Ende. Aber nicht, bevor Rage gespielt hatte. Im Vergleich zu den anderen Bands des Tages schon ein ganz anderes Kaliber. Seit mittlerweile 40 Jahren tourt Rage über die Bühnen dieser Welt und machte an diesem Tag den Laden zu. Die Besatzung hatte immer wieder mal gewechselt, nur Peter "Peavy" Wagner bildete die einzige Konstante. Ihm zur Seite standen heute Abend sein Gitarrist Jean Bormann und Schlagzeuger Vassilios "Lucky" Maniatopoulos.
Bei Scalptures versammelte sich die größte Menge des Tages vor der Bühne um dem Auftritt der fünf Bielefelder beizuwohnen. Die ließen sich nicht lange bitten und legten direkt wie die Feuerwehr mit "The Fall..." aus ihrem aktuellen Album "Landkrieg" los. Auch hier war wieder Death Metal Programm, wenngleich in etwas anderer Ausprägung als bei den bisherigen Genrevertretern. Zusätzlich machte sich die unbändige Energie positiv bemerkbar, mit der sie permanent über die Bühne wirbelten.
Nach den Musikern von Symbtomy hatten Kozoria die zweit-weiteste Anreise. Die Klänge blieben hart, aber die Ausrichtung änderte sich. Die vier Jungs aus Frankreich brachten wieder melodischere Riffs und zwischenzeitlichen Klargesang zurück auf die Bühne. Das ganze gepaart mit einigen Synthie Einspielern ergab eine wirklich leckere Mischung, die auch das Publikum nicht kalt ließ. Ich empfand es als eine Mischung aus Gojira gepaart mit Anleihen bei Children Of Bodom.
Ein weiterer Death Metal Vertreter war nun an der Reihe und auch er kam aus den Niederlanden. Auf Einladung von Necrotesque waren bereits Rotting Demise und Symbtomy zuvor aufgetreten und nun war es an den Einladenden selbst zu zeigen, was sie drauf hatten. Im Vergleich zu den bisherigen Bands können sie auf die kürzeste Bandgeschichte zurück blicken. Erst 2021 hatten sich die vier Niederländer zusammengefunden, aber bis heute schon einen Longplayer und mehrere EPs rausgebracht.
