Nachdem Bush die Bühne verlassen hatte wurde direkt fieberhaft am Aufbau für den Headliner des Abends gearbeitet. Damit man nicht weiter „gestört“ wurde, zog man ein riesiges Banner vor der Bühne hoch. Die Tour läuft im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Albums „God Of Angels Trust“ und wird daher augenzwinkernd auch „GOAT - Greatest Of All Tours“ genannt. Und der Goat, die Ziege, ist in diesem Zuge omnipräsent.
Nach dem sehr enttäuschenden Beginn, hoffte ich nun auf Besserung. Bush waren mir aus den 90ern noch ein Begriff und ich freute mich sehr auf ihren Auftritt. 1991 in England gegründet hatten sie mit ihrem Alternativ Rock zum Ende der 90er im Fahrtwasser von Nirvana ihren ersten Karrierehöhepunkt. Seitdem waren etwas von meinem Radar verschwunden, aber trotzdem weiterhin sehr produktiv gewesen.
Ursprünglich sollten GEL die erste Vorband für Volbeat sein, aber noch bevor die Tour gestartet war, hatten sie sich nach internen Querelen aufgelöst. Daher musste noch schnell ein Ersatz her. Der wurde dann mit Witch Fever aus Manchester gefunden.
Das Graspop Metal Meeting 2025 war auf der Zielgeraden. Nur noch ein Act stand an und das war für mich persönlich der am meisten kontroverse. Keinem geringeren als Till Lindemann mit seiner Band stand es zu, den vierten Tag und damit das diesjährige Festival abzuschließen. Vor der Bühne war es wieder erwarten noch extrem voll. Die South Stage konnte ich nicht gut einsehen, aber auch dort waren nach Judas Priest noch viele stehen geblieben.
So leer es leider zuvor bei Triptykon im riesigen Marquee Zelt zuvor war, so voll war es schon frühzeitig im kleineren Metal Dome bei Alcest. Das Festival näherte sich mit großen Schritten seinem Ende, aber kurz vor Schluss sollte es von den Franzosen nochmal mit sphärischen Blackgaze Klängen etwas Entspannung geben.
Irgendwie war heute der Tag der schlecht besuchten Auftritte. Wie schon bei den Altmeistern Krokus und Savatage bei denen sich große Lücken im Publikum auftaten traf es dann auch Celtic Frost Nachfolger Triptykon. Leider war das große Marquee Zelt nur halb gefüllt, als Thomas Gabriel Fischer mit seinen Mitstreitern V. Santura an der Gitarre, Vanja Slajh am Bass und Hannes Grossmann am Schlagzeug kurz nach halb neun die Bühne betrat.
Weiter ging es mit wirklichem Old-School Powermetal mit progressivem Einschlag. Savatage prägen bereits seit Anfang der 1980er Jahre die Szene und machten nach über 20 Jahren wieder einmal auf dem Graspop halt. 2007 aufgelöst gab es dann im Jahr 2014 doch eine Reunion und so stehen sie immer noch energiegeladen auf dieser Bühne und lieferten eine wirklich gute Show ab.
Heaven Shall Burn auf einem Festival ist immer eine Bank und daher durften sie in meiner Running Order an diesem Tag natürlich nicht fehlen. Ich hatte mit Bedauern die Nachricht gelesen, dass Sänger Marcus Bischoff seinen Rock Am Ring Auftritt leider nach nur einem Song abbrechen musste und seitdem auf ärztlichen Rat nicht mehr singen durfte. Zum Glück hatte man mit Britta Görtz von Hiraes einen adäquaten Ersatz gefunden, die ihn auf den restlichen Auftritten der Festival- und Konzertsaison wirklich gut vertrat.
Der Nachmittag schritt voran und es wurde Zeit für das erste Urgestein des Tages: Krokus aus der Schweiz können auf nicht weniger als 50 Jahre Bandgeschichte zurück blicken. Mit ihnen ging es zurück in die Anfangszeiten des Hard Rocks und man fühlte sich durchweg ein wenig an AC/DC erinnert während der kommenden Stunde.
Ich blieb gleich an Ort und Stelle vor der Jupiler Stage. Heute war wirklich japanischer Tag, obwohl die nun auftretenden Rise Of The Northstar nicht aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen, sondern die Bühne mit japanischen Motiven und Mangabildern verzierten. Japan ist ein großes Thema in ihrer Musik und auch sonst ist die Band dem Land sehr verbunden. Dies zeigt z. B. ihr soziales Engagement nach der Tsunamikatastrophe von Fokushima.
