Nachdem Bush die Bühne verlassen hatte wurde direkt fieberhaft am Aufbau für den Headliner des Abends gearbeitet. Damit man nicht weiter „gestört“ wurde, zog man ein riesiges Banner vor der Bühne hoch. Die Tour läuft im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Albums „God Of Angels Trust“ und wird daher augenzwinkernd auch „GOAT - Greatest Of All Tours“ genannt. Und der Goat, die Ziege, ist in diesem Zuge omnipräsent.
Nach dem sehr enttäuschenden Beginn, hoffte ich nun auf Besserung. Bush waren mir aus den 90ern noch ein Begriff und ich freute mich sehr auf ihren Auftritt. 1991 in England gegründet hatten sie mit ihrem Alternativ Rock zum Ende der 90er im Fahrtwasser von Nirvana ihren ersten Karrierehöhepunkt. Seitdem waren etwas von meinem Radar verschwunden, aber trotzdem weiterhin sehr produktiv gewesen.
Ursprünglich sollten GEL die erste Vorband für Volbeat sein, aber noch bevor die Tour gestartet war, hatten sie sich nach internen Querelen aufgelöst. Daher musste noch schnell ein Ersatz her. Der wurde dann mit Witch Fever aus Manchester gefunden.
Eigentlich sollte Powerwolf um 23:00 auf der North Stage mit ihrem Auftritt beginnen, aber da die Altmeister von Iron Maiden in Spiellaune waren und die Veranstalter große Fans sind, durfte Maiden 15 Minuten länger ihr 50 jähriges Bühnenjubiläum feiern. Hiervon sind Powerwolf noch ein gutes Stück entfernt und nach solch einer herausragenden Band spielen zu müssen ist alles andere als einfach. Sie meisterten es aber mit Bravour!
Waren die 40 Jahre Bandjubiläum von Dream Theater schon beeindruckend, so wurde es an jenem Abend noch besser: Iron Maiden machten auf ihrer „Run For Your Lives“ Tour zum 50. Bandjubiläum auch in Belgien auf dem Acker in Dessel halt. Die Herren haben mittlerweile alle etwas gehobeneres Alter und Schlagzeuger Nicko McBrain hatte bereits im Dezember auf eigenen Willen sein letztes Live Konzert gespielt. Aber davon war an diesem Abend wahrlich nichts zu merken.
Größer konnte der Kontrast wohl nicht sein: Direkt vorher noch die Spaß-Piraten von Alestorm auf der North Stage und dann im Anschluss feinsten Progressive Metal mit den Urgesteinen von Dream Theater direkt nebenan auf der South Stage. 40 Jahre Bandgeschichte zusammengezwängt in ein 75 Minuten Set. Das waren die Rahmenbedingungen für diesen Auftritt.
Nach den recht seichten Klängen von Charlotte Wessels im Metal Dome ging es dann wieder zurück in die Sonne vor die South Stage um dort den deutlich härteren Klängen der amerikanischen Band Motionless In White zu lauschen. Für sie war es nicht der erste Auftritt auf dem Graspop, aber immerhin die Premiere auf der Main-Stage.
Auf Charlotte Wessels war ich sehr gespannt. Nach ihrer Trennung von Delain hatte ich sie etwas aus den Augen verloren, aber im Metal Dome vor doch recht lichten Reihen trat sie zusammen mit ihren Livemusikern an um ihr aktuelles Werk „The Obsession“ vorzustellen.
Nach schwülstigem Power Metal auf der North Stage rasch wieder rüber zur South Stage wo sich die Jungs von Landmvrks auf der Bühne fertig machten. Die Band aus dem französischen Marseille brachten eine wirklich hervorragende Mischung abwechslungsreicher Metal-Core Bretter mit, die hauptsächlich aus den letzten zwei Alben „Lost In The Waves“ aus dem Jahre 2021 sowie „The Darkest Places I’ve Ever Been“ welches dieses Jahr veröffentlicht wurde.
Die Band Warkings war mir bislang nur aus einigen Musikvideos bekannt, an diesem Tag sollte ich sie dann auch live erleben dürfen. Die Musiker aus Österreich, die immer anonym unter Maskierung in Form verschiedener Warkings verschiedener Epochen auftreten hatten gefälligen Power-Metal im Gepäck.
