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Nine Inch Nails Artikel

21.06.2025 Korn

Graspop Metal Meeting

Dessel (Belgien)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Das Finale des dritten Festivaltages stand bevor und das mit einer Premiere. Zum ersten Mal standen Nine Inch Nails auf dem Graspop auf der Bühne. Leider hatte es sich nach der grandiosen Show von Korn schon deutlich geleert. Dabei hätten die zwei Jungs aus den USA durchaus ein größeres Publikum verdient gehabt. Punkt Mitternacht tönten die ersten Klänge vom „Laura Palmer’s Theme“ aus den Lautsprechern und eine vollkommen im Nebel gehaltene Bühne wurde vorsichtig von ersten Scheinwerfern erhellt.
Das sollte auch am Anfang des Sets so bleiben. Trent Reznor und sein Kollege Atticus Ross agierten nur schemenhaft erkennbar im immer wieder in verschiedene Farben getauchten Nebel. Zu sehen waren sie nur über die Bildschirme seitlich der Bühne, da ein Mitglied der Bandcrew permanent Bilder mit einer Kamera lieferte, mit der er über die Bühne lief. Ein wirklich eindrückliches Erlebnis gepaart mit den herausragenden Klängen die Nine Inch Nails mit der Liveunterstützung weiterer Livemusiker da ablieferte. Das ganze war jetzt nicht direkt Metal. Es ist schwer einzuordnen. Die Songs sind sehr elektronisch, aber immer auch mit Gitarren unterlegt und begleitet. Am ehesten könnte man es noch als elektronischen Alternative-Rock bezeichnen. Trotzdem legte die hypnotische Show quasi einen Bann über das Publikum, welches andächtig dem optischen und akustischen Gesamtkunstwerk auf der Bühne folgte. Die Show war dann auch ein Ritt durch die mehr als 35-jährige Bandgeschichte, dominiert allerdings vom 1994er Erfolgsalbum „The Downward Spiral“. Reznor sang, litt am Mikrophon in den Songs wie „Mr. Self Destruct“. Zwischendurch griff er auch in die Saiten und auch die Mitmusiker wechselten permanent zwischen Tasten und Saiteninstrumenten. Je weiter die Show fortschritt, desto mehr gab der Nebel langsam die Künstler preis. Auch eine Cover Version von David Bowie’s „I’m Afraid Of Americans“ konnte man bewundern. Die Musik war so abwechslungsreich, so düster, so einnehmend. Es war ein wenig wie im Rausch und so fand ich es auch etwas schade, dass dann die Band den ihr gegebenen Zeitrahmen nicht mal ausnutzte, sondern 10 Minuten früher nach den einschneidenden Klängen von „Hurt“ langsam das Set ausgeblendet wurde.
Ich hatte mir zuvor einige Songs von Nine Inch Nails angehört, dem Bandprojekt, welches sich live immer mit zusätzlichen Musikern verstärkt und erst dann wirklich zu einer Band wird. Ich fand die Songs im Stream schon recht ansprechend, aber was die Jungs an diesem Abend abgeliefert haben, war schon eine ganz andere Hausnummer. Sicher, die Musik ist wirklich speziell und die, ähnlich wie morgens schon bei Vowws, sehr künstlerisch wirkende Performance mit der „unsichtbaren“ Band im Nebel, die nur durch das Auge des Kameramanns auf den Bildschirmen inszeniert wurde war erst mal ungewöhnlich und nicht nur ich fremdelte etwas damit. Aber eine Nummer nach der anderen wurde man mehr und mehr in dieses bizarre Kunstwerk hineingezogen, wurde vom Bann des wirklich charismatischen Frontmanns eingenommen und ehe man es sich versah, war man wie in Trance und schaute nur noch gebannt auf die Bühne, kaum noch das wahrnehmend, was um einen herum geschah. Wie gesagt, Nine Inch Nails sind musikalisch wirklich speziell und sicher nicht für jeden etwas. Mit der Show in dieser Nacht haben sie aber gezeigt, dass sie wirklich ganz Große sind, die nicht zu unrecht den großartigen Tag abschließen durften.

Setlist:

  • Laura Palmer’s Theme (Angelo Badalamenti Song)
  • Somewhat Damaged
  • Wish
  • Mr. Self Destruct
  • March Of The Pigs
  • Piggy (Tour Debut)
  • The Lovers
  • Reptile
  • Heresy
  • Less Than
  • Closer (With „The Only Time“ Interpolation)
  • Copy Of A
  • The Perfect Drug
  • I’m Afraid Of Americans (David Bowie Cover)
  • Burn (Tour Debut)
  • Gave Up
  • The Hand That Feeds
  • Head Like A Hole
  • Hurt

 

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