Sprache auswählen

Gojira Artikel

22.05.2026 Gojira

Deutsche Bank Park, Frankfurt (Deutschland)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Die Sonne ging langsam unter und tauchte die Bühne für Gojira in ein blendend gleißendes Licht. Die Brüder Joseph und Mario Duplantier betraten den Ring zusammen mit ihren Bandkollegen Christian Andreu und Jean Michel Labadie. Mit dem Opener „Born For One Thing“ vom aktuellsten Album „Fortitude“ (auch wenn das mittlerweile schon 5 Jahre auf dem Buckel hat) hatte sich der Ton nicht viel gebessert und man hatte immer noch etwas Probleme die technischen Riffs gut zu hören. Von Song zu Song und voller werdendem Stadion wurde dieses Problem aber kleiner.
Gojira nutzte die 360° Bühne etwas anders als zuvor Knocked Loose. Mario Duplantier hatte zwei identische Drumsets auf jeweils den gegenüberliegenden Seiten stehen und wechselte zur Mitte des Sets von einem zum anderen. Wie immer war er nur mit Shorts bekleidet (bei der Hitze nicht gerade verkehrt) und zusätzlich erinnerte er mich wie immer an das Tier von der Muppet Show wie er zwar sehr präzise aber wirklich animalisch auf seine Trommeln einschlug. Sein Bruder bearbeitete seine Gitarre vorwiegend auf der gegenüberliegenden Seite und beeindruckte mit seinem wechselvollem Gesang. Dieser changierte vortrefflich zwischen Growls, Screams und Klargesang, so dass bereits nach „Stranded“ die Menge komplett an seinen Lippen hing. Einzig Andreu und Labadie machten mehr Gebrauch von der ringförmigen Bühne und gaben jedem im Innenraum die Möglichkeit ihnen einmal nahe zu sein wenn sie ihre Saiteninstrumente bearbeiteten.
Die tollsten Szenen des Auftritts wurden von Mario Duplantier geprägt. Nicht nur, dass er immer wieder aufstand um im Stehen spielend die Menschen aufzufordern lauter zu sein. Nein, irgendwann hielt er ein Schild hoch auf dem auf Deutsch geschrieben stand: „Macht mal richtig Lärm!“. Als das alleine nicht reichte kamen wieder die auffordernden Gesten hinzu und schon folgte ihm die Menge willig. Daraufhin drehte er das Schild um und zeigte als Antwort: „Scheiße, ist das geil!“. Die anderen drei konzentrierten sich mehr darauf, die komplexen und rhythmisch sehr anspruchsvollen Songs fehlerfrei zu präsentieren. Spätestens beim Grammy prämierten Song „Mea Culpa (Ah! Ça ira!)“ der in legendärer Form zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2024 von der Band dargeboten wurde, wurde von der Menge lauthals mitgesungen. Sowohl das Publikum als auch die Band gaben alles, obwohl das bei den hohen Temperaturen von annähernd 30°C wirklich schweißtreibend war. Dankenswerter Weise hatte der Deutsche Bank Park wenigstens das Dach geschlossen, so dass man nicht in der Sonne gebraten wurde. Die Setlist bot zumindest wenig Anlass zu Beschwerden. Zwar bildeten die letzten beiden Alben den Großteil, aber auch tolle Songs von älteren Scheiben, wie „Flying Whales“ vom 2005er Album „From Mars To Sirius“ oder „Love“ vom Erstling „Terra Incognita“ aus dem Jahre 2001 waren vertreten. Ihren Zeitslot nutzten sie jedenfalls bis zur letzten Sekunde vollkommen aus und ließen dann ein zufriedenes Publikum zurück.
Mittlerweile war dies der dritte Auftritt von Gojira den ich genießen durfte, aber in meinen Augen war leider bislang der schwächste. Das lag zum einen am Stadion, wo die Stimmung zwar deutlich besser als bei Knocked Loose war, aber nicht wirklich zum Siedepunkt kam. Des weiteren sind ihre Auftritte oft auch von tollen großen Projektionen im Bühnenhintergrund geprägt, was aber durch die Bühnenkonstruktion mit den Tonnenförmigen LED Flächen und auch die starke Sonneneinstrahlung der untergehenden Sonne nicht so richtig rüber kam. Nichts desto trotz ein gewohnt guter Auftritt, der musikalisch voll überzeugen konnte. Glücklicherweise wurde mit jedem Song der Ton besser, so dass es wirklich annehmbar wurde. Ich liebe ihren Sound und wer für technische, frickelige Musik mit vielen Einflüssen aus Death, Progressive und Groove Metal zu haben ist sollte sich auf jeden Fall mal einen ihrer Auftritte geben.

Setlist:

  • Born For One Thing
  • Backbone
  • Stranded
  • The Cell
  • Flying Whales
  • Love (with Remembrance Outro)
  • Mea Culpa (Ah! Ça ira!, Traditional Cover)
  • Silvera
  • Grind
  • L’Enfant Sauvage
  • Amazonia

 

Weblinks:

Karte:

Bilder:

2026_05_22_Gojira_001
2026_05_22_Gojira_002
2026_05_22_Gojira_003
2026_05_22_Gojira_004
2026_05_22_Gojira_005
2026_05_22_Gojira_006
2026_05_22_Gojira_007
2026_05_22_Gojira_008
2026_05_22_Gojira_009
2026_05_22_Gojira_010
2026_05_22_Gojira_011
2026_05_22_Gojira_012
2026_05_22_Gojira_013
2026_05_22_Gojira_014
2026_05_22_Gojira_015
2026_05_22_Gojira_016
2026_05_22_Gojira_017
2026_05_22_Gojira_018
2026_05_22_Gojira_019

Weitere Konzertbeiträge