22.05.2026 Metallica
Deutsche Bank Park, Frankfurt (Deutschland)
(Canon PowerShot G7 X Mark II)
Der Abend schritt voran. Metallica postete immer die Timelines für die jeweiligen Konzerte am Tage ihres Auftritts und dort wurde verkündet, dass nach der Umbaupause im Anschluss an den Gojira Auftritt um 20:30 die vier Jungs aus San Francisco die Bühne betreten sollten. Doch zunächst ließen sie sich Zeit. Die Ränge waren jetzt bis auf den letzten Platz gefüllt und immer wieder endete ein Song aus der PA was alle zu Jubelstürmen hinriss. Dieser wurde dann aber jäh wieder abgewürgt, wenn der nächste Song aus der Konserve startete. Um 20:50 mit 20 Minuten Verspätung erklangen dann aber endlich die ersten Riffs der Einlaufmusik „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll“ von AC/DC gefolgt von „The Ecstacy Of Gold“.
Lars Ulrichs Schießbude wurde in der ersten Ecke der Bühne hochgefahren und mit „Creeping Death“ vom 1984er Album „Ride The Lightning“ zeigten die Herren direkt, dass sie richtig Bock hatten. Sänger und Gitarrist James Hetfield, Gitarrist Kirk Hammett sowie Bassist Robert Trujillo formierten sich zunächst um das Schlagzeug um sich anschließend der Menge zuzuwenden. Auch in der Folge ging es genauso druckvoll weiter mit „Harvester Of Sorrow“. Erst zum Ende des ersten Viertels der Show gab es dann den einzigen Song von der Tour namensgebenden Scheibe „72 Seasons“. Klasse war die permanente Interaktion der Band mit dem Publikum. Klar war der Kontakt zum Snake Pit der sich in der Mitte der Bühne befand noch direkter. Die Zuschauer dort konnten nämlich bis unmittelbar an die Bühne heran und kein Graben unterband dies. Aber auch die restlichen Zuschauer im Innenraum und auf der Tribüne wurden immer wieder direkt angesprochen. Entweder von James Hetfield durch kurze Ansagen zwischen den Songs, oder von Lars Ulrich, der sich immer wieder von seinem Hocker erhob und mit direkten Gesten die Menge anheizte. Die anderen beiden Jungs bewegten sich permanent hin und her und feuerten die Zuschauer ebenfalls permanent an mitzumachen. Dabei war das gar nicht nötig. Jeder Song wurde lauthals abgefeiert und mitgesungen.
Ungefähr zur Halbzeit folgte das berühmt-berüchtigte Kirk und Rob Doodle, bei dem immer ein zum Auftrittsort passender Song improvisiert wird. Was lag da im Waldstadion näher, als Tankards Eintracht Frankfurt Hymne „Schwarz-Weiß Wie Schnee“ zu wählen. Man merkte, dass eine Menge Eintracht Fans anwesend waren, denn lauthals sang das gesamte Stadion textsicher mit und auch Rob arbeitete sich mit großer Hingabe durch den deutschen Text. Ungefähr nach jedem Viertel des Auftritts wurde das Drumset von Lars unter die Bühne gefahren und in der nächsten Ecke wieder hochgefahren, so dass alle ihn mal vor sich spielen sehen konnten. Die Achterbahnfahrt ging weiter und auch das nicht oft gespielte Instrumentalstück „Orion“ fand seinen Weg in die Setlist. Man arbeitete sich etwa neun Minuten durch den Song um dann nicht minder episch in „Nothing Else Matters“ über zu blenden. Hierbei verwandelten die Handys der Zuschauer die Arena in ein Lichtermeer und der nächste Gänsehautmoment war da. Jetzt ging es wirklich Hit an Hit dem Ende entgegen und mit jedem Song stieg die Stimmung ins unermessliche. Genau so wie die Bühnenshow an Intensität zunahm. Bei „Fuel“ vom 1997er Album „Reload“ wurde der Ring in Feuerbälle getaucht und unterstrich zusammen mit den Videoeinblendungen auf den Leinwänden den Druck den die Band aufbaute. Dieser wurde mit „Seek & Destroy“ noch gesteigert, auch wenn die riesigen Bälle die ins Publikum geworfen wurden nicht jedermanns Sache waren. Leider kam dann der Moment den alle noch nicht haben wollten: Lars Ulrich intonierte den letzten Song „Master Of Puppets“. Noch einmal gaben Band und Publikum alles um das Konzert in einem Finale Furioso ausklingen zu lassen. Zu den Klängen von „Ecstacy Of Gold“ gingen nach etwa zwei Stunden Konzertdauer alle Musiker nochmal um die Bühne, verteilten Unmengen an Plecs und Sticks und bedankten sich für den tollen Abend. Aber nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man zwei Tage später wieder hier spielen würde und hoffe alle wieder zu sehen.
Es war schlicht und ergreifend ein überragendes Konzert. Unglaublich, was Metallica da auf die Bühne zauberten. James Hetfield sang mit kraft- und druckvoller Stimme jeden einzelnen Song, die Saitenfraktion spielte sich dazu mit großer Souveränität durch das Set und last but not least Lars Ulrich der sehr präzise sein Instrument bearbeitete. Alle hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt und ließen das auch das Publikum spüren. Glücklicherweise hatten die Toningenieure zum Headliner endlich die Abstimmung deutlich verbessert, so dass die Akustik nun wirklich einwandfrei war. Die Setlist war einfach ein Best-Of, vor allem mit den großen Krachern ihrer Karriere. Wobei man ja anmerken muss, dass es ein No-Repeat Wochenende war. Dies bedeutet, dass kein Song zwischen dem Freitag und dem Sonntag Auftritt doppelt sein würde. Das zeigt schon die große Anzahl an Hits, die Metallica in ihrer mittlerweile 45-jährigen Historie hervor gebracht hatten.
Wo soviel Licht war, waren dann noch ein paar Kleinigkeiten die auch den Schatten formten. Die 360° Bühne war von der Grundidee her natürlich ziemlich genial. Der einzige Nachteil der Konzeption war allerdings, dass wenn Menschen nicht so groß sind, sie praktisch gar nichts von dem Auftritt sehen konnten, da die Bühne etwas höher hätte sein können. Auch die Leinwände sind leider sehr ungünstig am oberen Ende der Säulen direkt unter dem Hallendach angebracht und nicht sehr groß. Zusätzlich waren dann noch Lichtleisten in der Mitte der Leinwände die die Bühne ausgeleuchtet hatten, so dass die ohnehin nicht großen Bildschirme zusätzlich noch für die im Innenraum stehenden unterbrochen waren. Ich weiß, dass das schwer ist den Trade-off zu machen zwischen Sicht und Effekt und man hat das generell auch gut gemacht. Das ganze Setting ist schon sehr beeindruckend. Im Nachhinein denke ich aber, dass man von den Rängen deutlich besser das Konzert verfolgen konnte, als aus dem Innenraum. Auch haben die Jungs relativ wenig vom Ring genutzt während der Show und haben sich mehr oder minder immer nur im Viertel aufgehalten, in dem sich Lars Schlagzeug gerade befand. Das zumindest hatten sie am Sonntag deutlich besser gemacht.
Aber genug auf hohem Niveau gejammert. Es war einfach nur ein geiler Abend, der die Vorfreude auf Sonntag nochmal deutlich gesteigert hat. Die Tickets sind alles andere als günstig, aber der Auftritt war jeden einzelnen Cent wert!
Setlist:
- It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll, AC/DC Song)
- The Ecstacy Of Gold (Ennio Morricone Song)
- Creeping Death
- Harvester Of Sorrow
- Holier Than Thou
- King Nothing
- 72 Seasons
- Ride The Lightning
- Kirk And Rob Doodle (Tankard’s „Schwarz-Weiß Wie Schnee“)
- The Day That Never Comes
- Cyanide
- Orion
- Nothing Else Matters
- Sad But True
- Battery
- Fuel
- Seek & Destroy
- Master Of Puppets
- The Ecstacy Of Gold (Ennio Morricone Song, Metallica Version, Outro Video)
Weblinks:
| Metallica Homepage der US amerikanischen Band Metallica. | |
| Deutsche Bank Park Homepage des Deutsche Bank Park in Frankfurt (Deutschland). |
























