Sprache auswählen

Dream Theater Artikel

19.06.2025 Dream Theater

Graspop Metal Meeting

Dessel (Belgien)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Größer konnte der Kontrast wohl nicht sein: Direkt vorher noch die Spaß-Piraten von Alestorm auf der North Stage und dann im Anschluss feinsten Progressive Metal mit den Urgesteinen von Dream Theater direkt nebenan auf der South Stage. 40 Jahre Bandgeschichte zusammengezwängt in ein 75 Minuten Set. Das waren die Rahmenbedingungen für diesen Auftritt.
Auch wenn es ein aktuelles Album „Parasomnia“ gab, welches Anfang des Jahres auf den Markt kam, wurde doch nicht übermäßig viel von diesem gespielt. Mit dem Opener „Night Terror“ und „Midnight Messiah“ schafften es gerade einmal zwei Songs auf die Setliste. Von vielen heiß zurück ersehnt war schon beim Anblick der Bühne klar, wer hier hinter diesem imposanten Drumset Platz nehmen würde. 3 Basedrums spielt nur einer und das ist Mike Portnoy. Seit 2023 ist er zurück in der Band und prägt ihren Sound, wobei hier die anderen Mitstreiter kaum hinten an stehen. John Petrucci bearbeitet meisterhaft die Gitarre während John Myung eindrucksvoll seine Bässe zupft, slappt oder streichelt (sogar ein 7-Saiter war mit von der Partie!). Jordan Rudess hatte eine verspielte Keyboard Konstruktion die sich in alle Richtungen und Winkel bewegen ließ (jetzt weiß ich auch, wo Coen Janssen von Epica die Idee für sein Keyboard Setup her hat) und last but not least darf die Stimme der Band James LaBrie nicht unerwähnt bleiben.
Wie schon geschrieben: Die fünf Jungs aus New York City und auch die Musik sind speziell und nicht unbedingt etwas für Festivals. Deshalb sieht man sie auch überwiegend nur auf eigenen Konzerten. Die Stimmung war andächtig. Viele schienen sich auch zu wundern, was da unglaubliches auf der Bühne vollbracht wurde. Das war wirklich mal Kontrastprogramm. Kein Pogo, keine Circle-Pits und kein Crowd Surfing. Einfach nur der Wechsel zwischen LaBries genialer Stimme, der wenigstens ab und zu die Menge zum mitmachen aufforderte, und dann die genialen Soli der anderen begnadeten Musiker.
Wer eine große Bühnenshow erwartete wurde hier teilweise enttäuscht. Die Videos auf den LED Wänden waren Kinoreif, aber auch teilweise etwas losgelöst von der Musik und den Künstlern davor. Diese agierten eher statisch, mehr darauf bedacht keine Fehler bei den komplexen Kompositionen zu machen. Einzig LaBrie und teilweise Rudess nutzten mehr als einen Quadratmeter der Bühne und auch James Portnoy ließ sich nur ab und an hinter seiner Schießbude blicken.
Ich war vollauf begeistert von diesem Auftritt, aber das Publikum eher gespalten. Ja, das war Metal wie er technischer und frickeliger nicht sein kann. Aber, Mann war das ein geiles Set! Und eine Demonstration von musischem Können! Progressive Metal ist nicht für jeden zugänglich und so was nachmittags auf einem großen Festival auf der Mainstage zu platzieren ist auch etwas gewagt. Daher war ein Großteil des Publikums eher zurückhaltend. Dass doch noch recht zahlreich Fans anwesend waren, wurde erst beim letzten Song „Pull Me Under“ vom 1992er Album „Images And Words“ bemerkbar, als doch eine größere Anzahl ihn lautstark mitsang. Geschenkt. Ich war rundum zufrieden! Wie gesagt: Die Musik ist etwas sperrig und teilweise auch nicht leicht zugänglich, aber trotzdem: Einfach mal anhören! Denn genau das ist es, was die Progressive Metal Bands ausmacht: Zuhören steht vor zuschauen. Das sollte sich auch noch bei den später auf dem Festival spielenden Opeth zeigen. Auch wenn deren Frontmann Mikael Åkerfeldt im Vergleich zu allen Dream Theater Musikern ein wahres Schowtalent und Quasselstrippe ist.

Setlist:

  • Prelude (Bernard Herrmann Song)
  • Night Terror
  • Act I: Scene Two: II. Strange Déjà Vu
  • Act I: Scene Three: II. Fatal Tragedy (With Brief “Through My Words” Instrumental Prelude)
  • Panic Attack
  • The Enemy Inside
  • Midnight Messiah
  • Peruvian Skies (With “Wish You Were Here” And “Wherever I May Roam” Excerpts)
  • As I Am
  • Pull Me Under
  • Singin’ In The Rain (Nacio Herb Brown And Arthur Freed Song)

 

Weblinks:

Karte:

Bilder:

2025_06_19_Dream_Theater_001
2025_06_19_Dream_Theater_002
2025_06_19_Dream_Theater_003
2025_06_19_Dream_Theater_004
2025_06_19_Dream_Theater_005
2025_06_19_Dream_Theater_006
2025_06_19_Dream_Theater_007
2025_06_19_Dream_Theater_008
2025_06_19_Dream_Theater_009
2025_06_19_Dream_Theater_010
2025_06_19_Dream_Theater_011
2025_06_19_Dream_Theater_012
2025_06_19_Dream_Theater_013
2025_06_19_Dream_Theater_014
2025_06_19_Dream_Theater_015
2025_06_19_Dream_Theater_016
2025_06_19_Dream_Theater_017
2025_06_19_Dream_Theater_018
2025_06_19_Dream_Theater_019
2025_06_19_Dream_Theater_020
2025_06_19_Dream_Theater_021
2025_06_19_Dream_Theater_022
2025_06_19_Dream_Theater_023

Weitere Konzertbeiträge