24.05.2026 Metallica
Deutsche Bank Park, Frankfurt (Deutschland)
(Canon PowerShot G7 X Mark II)
Alles war angerichtet für Metallica Teil 2. Die Stimmung war durch Pantera schon am Siedepunkt und La Ola schwappte durchs Stadion. Wie schon am Freitag ließen die Herren wieder auf sich warten und erst gegen 20:50 erklangen ein weiteres Mal die gewohnten Songs „It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll)“ sowie „The Ecstacy Of Gold“. Das waren dann aber auch die einzigen Songs die doppelt waren zwischen den beiden Tagen. Und dann begann mit „Whiplash“ vom 1983er Erstling „Kill ‘Em All“ der muntere Ritt durch 45 Jahre Bandgeschichte.
Am heutigen Abend wurden die Schwerpunkte der Alben etwas anders gesetzt als am Freitag und so ging es nahtlos mit „For Whom The Bell Tolls“ direkt mit dem nächsten Kracher weiter. Auch heute sollte das aktuelle Album „72 Seasons“ wieder etwas stiefmütterlich behandelt werden. Nur „Lux Æterna“ fand den Weg in die Setlist. Ansonsten wurde Lars Ulrichs Drumset nach jedem Viertel des Sets heruntergefahren und anschließend ein viertel des Rings weiter wieder nach oben gefahren. Zusätzlich drehte es sich von Song zu Song auf der Stelle etwas weiter. Damit konnte jeder ihm mal bei der Arbeit zusehen. Im Gegensatz zum Freitag waren seine Mitstreiter James Hetfield, Kirk Hammett und Bassist Rober Trujillo auch nicht so statisch an das Drumset gebunden, sondern nutzten deutlich mehr vom Ring. Dies führte dazu, dass man auch von ihnen deutlich mehr über den Abend verteilt hatte. Insbesondere der Inner Circle durfte heute immer mal wieder in direkten Kontakt treten, ob des fehlenden Bühnengrabens. Höhepunkt war diesbezüglich definitiv das Surfen von Robert Trujillo auf einem Brett über eben diesen Inner Circle während er dabei sein Instrument bearbeitete. Gitarrist und Sänger James Hetfield musste anerkennen, dass die Stimmung im Publikum heute nochmal deutlich besser als am Freitag war. Er meinte lächelnd nur: „Ist die Metallica Familie heute größer, oder seid ihr einfach nur lauter als am Freitag?“
Zur Mitte des Sets gab es dann das obligatorische Kirk und Rob Doodle bei dem Gitarrist Kirk Hammett sich mit Robert Trujillo zusammen einen Song mit regionalem Bezug nimmt und die beiden diesen zu improvisieren versuchen. Am Freitag konnten die beiden mit der Eintracht Frankfurt Hymne schnell einen lautstarken Chor erzeugen. An diesem Abend aber gab es fragende Gesichter. Die beiden hatten sich Accepts „Fast As A Shark“ herausgepickt. Eine etwas ungewöhnliche Wahl auf den ersten Blick, aber im Nachgang sehr plausibel. Die anfänglich aus Solingen stammende Band Accept (dies der regionale Bezug) waren zusammen mit den Scorpions Anfang der 70er stilprägend für die Anfangszeiten des Heavy Metal. Unter anderem hatten sie auch einen großen Einfluss auf die Anfangszeit von Metallica. Zusätzlich wurde im Rahmen des 50-jährigen Bandjubiläums ein neues Album „Teutonic Titans“ angekündigt, auf dem Kirk Hammett eben genau diesen Song neu eingespielt hat. Im Grunde OK aber auch nicht mehr.
Dafür ging es im Anschluss daran Megahit auf Megahit weiter. „Fade To Black“, „Wherever I May Roam“, „The Call Of Ktulu“ und „The Unforgiven“ folgten. Die Menge sang jeden Song aus voller Kehle mit und die Band hatte sichtlich Spaß daran. Besonders bei „The Unforgiven“ wurde die Arena wieder mit den Handys der Zuschauer in ein Lichtermeer verwandelt was wirklich Gänsehaut erzeugte. Selbst das sonst immer etwas schwierige Cover „Whiskey In The Jar“ vom 1998er Album „Garage Inc.“ wurde heute ausnahmslos gefeiert. Der Abend schritt voran und Metallica arbeitete sich langsam aber sicher zum Finale vor. Das hatte es in sich. Zunächst begannen Soldaten auf den Leinwand-Tonnen zu marschieren. Begleitet wurde dies von Laserlichtern, Feuerbällen und Explosionen auf der Bühne, bis dann das ikonische, langsam intonierte Intro von „One“ begann. Nicht nur der Lärm der Explosionen war ohrenbetäubend, sondern auch der gigantische Chor der jede Silbe mit voller Inbrunst heraus brüllte. War dies noch nicht genug, so wurden (leider) wieder die riesigen Bälle vom Freitag herausgeholt und die groovenden Riffs von „Enter Sandman“ vom 1991er Album „Metallica“ waberten durchs Stadion. Jeder mobilisierte nochmal alle Reserven. Da musste die Band gar nicht mehr viel machen. Der gigantische Chor sang noch ein letztes Mal jede einzelne Silbe lautstark mit, bevor die Band unter tosendem Applaus zu den Klängen von „The Ecstacy Of Gold“ sich von allen verabschiedete, nicht ohne zuvor weider kiloweise Plecs und Drumsticks zu verteilen.
Ich hatte es nicht für möglich gehalten, aber nach dem tollen Freitagsauftritt hatte Metallica noch mal mehrere Schippen drauf gepackt. Die Band: richtig in Spiellaune und durch das Publikum nochmal deutlich aufgedrehter. Das Publikum: Mit deutlich besserer Stimmung als am Freitag und wesentlich lautstärker. Die Setlist: Von noch mehr und größeren Hits durchsetzt als am Freitag. Das zeigt einfach, was für ein unglaubliches Werk die vier Jungs aus Los Angeles da geschaffen haben. Zwei Abende mit jeweils 2 Stunden Programm ohne Wiederholung eines einzigen Songs und dabei noch einen Riesenhit nach dem andern ohne jegliches Füllmaterial. Dabei kamen die aktuellsten Alben „Hardwired… To Self-Destruct“ sowie „72 Seasons“ nicht mal wirklich zum Zuge. Von ersterem gab es nur einen einzigen Song am Sonntag und das Tour betitelnde Album wurde jeweils ein mal heran gezogen. Die Kritik mit der Bühnenkonstruktion hatte ich im Freitag Review schon erwähnt und gehe daher hier nicht nochmal näher darauf ein. Ansonsten waren die Jungs wesentlich agiler und man bekam sie während des Konzerts deutlich öfter zu Gesicht als noch am Freitag. Ich ziehe ganz tief meinen Hut vor den vier Herren, die dieses Wochenende wirklich zu etwas unvergesslichem gemacht haben. Ich wiederhole mich hier gerne: Die Tickets, auch für ein einzelnes Konzert, sind wirklich unglaublich teuer, aber ob der unglaublichen Show jeden Cent wert.
Setlist:
- It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N‘ Roll, AC/DC Song)
- The Ecstacy Of Gold (Ennio Morricone Song)
- Whiplash
- For Whom The Bell Tolls
- The Shortest Straw
- Until It Sleeps
- Lux Æterna
- Leper Messiah
- Kirk And Rob Doodle (Accept’s „Fast As A Shark “)
- Fade To Black
- Wherever I May Roam
- The Call Of Ktulu
- The Unforgiven
- Whiskey In The Jar (Traditional Cover)
- Blackened
- Moth Into Flame
- One
- Enter Sandman
- The Ecstacy Of Gold (Ennio Morricone Song, Metallica Version, Outro Video)
Weblinks:
| Metallica Homepage der US amerikanischen Band Metallica. | |
| Deutsche Bank Park Homepage des Deutsche Bank Park in Frankfurt (Deutschland). |



































