Symbtomy hatten an diesem Tag wohl eine der längsten Anreisen. Die Tschechen lasen sich von der Ankündigung her sehr spannend. Doch zunächst mussten sie sich in Geduld üben, denn technische Probleme verhinderten einen pünktlichen Beginn ihres Auftritts. Erst mit 15 Minuten Verspätung ging es dann los. Auch sie waren wie zuvor Rotting Demise auf Einladung der nach ihnen spielenden Band Necrotesque auf dem Grafschafter Metalfest und brachten, wie sie es selbst sagten, Old School Death Metal auf die Bühne.
Der schlecht zu lesende Schriftzug verkündete es schon: Jetzt wird es düster. Rotting Demise zogen alle Register des klassischen Black und Death Meatal im Stile von Behemoth und Cradle Of Filth. Mit Corpse Paint, Mönchskutten, umgedrehten Kreuzen und einem Pentagram boten die Jungs aus dem Ruhrpott auch mal was fürs Auge. Zwei Longplayer hatten sie in ihrer 8-jährigen Karriere bereits herausgebracht und zeigten eine wirklich spannende Mischung von langsamen, leicht doomigen Nummern bis hin zu schnellern, aggressiveren Songs.
Nach den drückenden Klangwellen von Abrupt Demise sollte es wieder melodischer werden. Als nächstes folgten Chiffre, die erst auf eine recht kurze Bandgeschichte zurück blicken können. 2018 in Osnabrück gegründet haben sie erst ein Album und mehrere Singles am Start. Trotzdem wirkte der Auftritt, als würden sie schon deutlich länger zusammen Musik machen. Der musikalische Stil ist eine Mischung aus Metalcore, der mit Synthies aus den 80ern und leicht poppigen Anleihen angereichert wurde.
Vom recht melodischen Metalcore ging es nach kurzer Umbaupause weiter mit klassischem Death Metal von Abrupt Demise aus den Niederlanden. Die fünf Jungs hatten sich 2010 zusammen getan und bislang einige EPs und ein Album veröffentlicht. Sänger René Brugmans brauchte nicht viel Anlauf und schleuderte einem seine Growls entgegen genau so, wie die Musik der anderen Jungs, die einen direkt überrollte.
Heute gab es für mich eine Premiere: Das Grafschafter Metalfest fand am 14.03.2026 bereits zum dritten Mal statt und den Reigen der Bands eröffnete die Lingener Metalcore Band A Place To Fall. Die Jungs haben seit ihrer Gründung 2013 bereits einiges an Stil- und personellen Wechseln durch. Mittlerweile hat man sich im Metalcore eingerichtet und zwei Alben rausgebracht ("Resilience" aus dem Jahr 2022 und "Lost Myself" aus der Anfangszeit aus 2016).
Nachdem Bush die Bühne verlassen hatte wurde direkt fieberhaft am Aufbau für den Headliner des Abends gearbeitet. Damit man nicht weiter „gestört“ wurde, zog man ein riesiges Banner vor der Bühne hoch. Die Tour läuft im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Albums „God Of Angels Trust“ und wird daher augenzwinkernd auch „GOAT - Greatest Of All Tours“ genannt. Und der Goat, die Ziege, ist in diesem Zuge omnipräsent.
Nach dem sehr enttäuschenden Beginn, hoffte ich nun auf Besserung. Bush waren mir aus den 90ern noch ein Begriff und ich freute mich sehr auf ihren Auftritt. 1991 in England gegründet hatten sie mit ihrem Alternativ Rock zum Ende der 90er im Fahrtwasser von Nirvana ihren ersten Karrierehöhepunkt. Seitdem waren etwas von meinem Radar verschwunden, aber trotzdem weiterhin sehr produktiv gewesen.
Ursprünglich sollten GEL die erste Vorband für Volbeat sein, aber noch bevor die Tour gestartet war, hatten sie sich nach internen Querelen aufgelöst. Daher musste noch schnell ein Ersatz her. Der wurde dann mit Witch Fever aus Manchester gefunden.
Das Graspop Metal Meeting 2025 war auf der Zielgeraden. Nur noch ein Act stand an und das war für mich persönlich der am meisten kontroverse. Keinem geringeren als Till Lindemann mit seiner Band stand es zu, den vierten Tag und damit das diesjährige Festival abzuschließen. Vor der Bühne war es wieder erwarten noch extrem voll. Die South Stage konnte ich nicht gut einsehen, aber auch dort waren nach Judas Priest noch viele stehen geblieben.
So leer es leider zuvor bei Triptykon im riesigen Marquee Zelt zuvor war, so voll war es schon frühzeitig im kleineren Metal Dome bei Alcest. Das Festival näherte sich mit großen Schritten seinem Ende, aber kurz vor Schluss sollte es von den Franzosen nochmal mit sphärischen Blackgaze Klängen etwas Entspannung geben.
